Ganzheitliches Menschenbild

Abitur + Gesellenbrief beruht auf der Erkenntnis, dass ein Mensch nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit den Händen lernt und begreift. Mit dem Kopf erlernen wir Fähigkeiten und mit den Händen Fertigkeiten, was ein ganzheitliches Menschenbild fördert. Wer beides beherrscht, studiert anders – egal ob Jura, BWL, Ingenieurwesen oder andere Studienrichtungen.

Schule + Unternehmen

Wir haben uns an bestehenden Erfolgsmodellen orientiert: Vier Jahre vor dem Abitur starten die Schüler parallel zur Schule mit einer handwerklichen Ausbildung im Unternehmen. Die Ausbildungsinhalte werden pro Schuljahr auf 6,5 Ferienwochen und 3,5 Schulwochen (bei privaten Gymnasien) verteilt. Zusätzlich findet theoretischer Fachunterricht statt. In der Kursstufe 2 findet ein halbes Jahr vor dem Abitur keine Praxis mehr statt, um frei für das Abitur lernen zu können.

Theorie + Praxis

Die Praxiszeit findet auf Baustellen und in den Lehrwerkstätten des Unternehmens statt. Die Ausbildung umfasst acht Qualifizierungsbausteine, die durch den Zentralverband des Deutschen Handwerks und der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk genormt und festgelegt sind. Pro Jahr werden im Schnitt zwei Qualifizierungsbausteine vermittelt und vom Unternehmen geprüft. Einen Monat nach Abschluss des Abiturs findet die Berufsabschlussprüfung vor der Handwerkskammer statt. Die Abiturientinnen und Abiturienten haben nun das Abitur und einen ersten staatlich anerkannten Berufsabschluss in der Tasche. Beide Abschlüsse, Abitur + staatlich anerkannter Berufsabschluss, sind unabhängig voneinander.

Staatlich anerkannter Berufsabschluss

Die Schüler erreichen den staatlich anerkannten Berufsabschluss als „Bauten- und Objektbeschichter“. Mit einem guten halben Jahr zusätzlicher Ausbildung nach dem Abitur kann die Gesellenprüfung zum Maler- und Lackierer angeschlossen werden.

Vergütung

Während der 4-jährigen Zeit vor dem Abitur erhält der Schüler/die Schülerin folgende monatliche Vergütung.

1. Jahr: 125,00 €
2. Jahr: 150,00 €
3. Jahr: 175,00 €
4. Jahr: 200,00 €

 

Diese wird in jedem Jahr 12 mal bezahlt.

Der rechtliche Status ist Schüler. Wer nach dem Abitur zusätzlich zum ersten staatlich anerkannten Berufsabschluss noch den Gesellenbrief machen möchte, erhält dafür einen verkürzten Ausbildungsvertrag. Kosten seitens Schüler oder Eltern für die Ausbildung, Material, Prüfungen fallen nicht an. Diese Kosten übernimmt das Unternehmen.

Beispiel

Vivien 15 Jahre alt, besucht die 8, Klasse im G8- Zug, Sven, 16 Jahre alt, die 9. Klasse im G9- Zug.

Mit den anstehenden Sommerferien nach dem Schuljahr beginnen beide ihre Ausbildung. Trotz Ausbildung in den Ferien haben Vivien und Sven dennoch acht Wochen echte Ferien pro Jahr.

Nach vier Jahren sind die beiden mit ihrem Abitur fertig (Juni). Vier Wochen später (Juli) machen sie ihre Berufsabschlussprüfung vor der Handwerkskammer.

Nun sind sie frei in ihrer Entscheidung: Sie können sofort studieren oder vor einem Studium erst noch weitere berufliche Abschlüsse, wie zum Beispiel einen Meister, erwerben.